Die Kleinstadt Wonaco steht vor einem radikalen Wandel – weniger abhängig von fossilen Brennstoffen, mehr erneuerbare Energien und eine Wirtschaft, die sich an die neuen Regeln der Energiepolitik anpasst. Doch wie genau gelingt dieser Übergang? Und welche konkreten Schritte haben bereits die Zukunft der Region geprägt? Die Antworten liegen in einer Mischung aus lokalen Initiativen, staatlicher Förderung und innovativen Technologien, die Wonaco heute vorführen. Die Stadt zeigt, dass auch in ländlichen Gebieten ein nachhaltiger Energietransformation möglich ist – wenn man die richtigen Weichen stellt.
Von Kohle zu Wind: Wie Wonaco seine Energieversorgung revolutioniert
Vor wenigen Jahren war Wonaco noch ein klassisches Kohlegebiet, in dem die lokalen Kraftwerke die Energieversorgung dominierten. Doch seit 2020 hat sich das Bild dramatisch verändert: Die Stadt hat ihr erstes Offshore-Windpark-Projekt in der Adria in Kooperation mit italienischen Investoren umgesetzt. Der 120-Megawatt-Windpark bei Triest liefert bereits heute rund 30 Prozent des Strombedarfs von Wonaco – ein Ergebnis, das nicht nur die Abhängigkeit von Importen verringert, sondern auch die CO₂-Bilanz der Region deutlich verbessert. Besonders beeindruckend ist, dass der Windpark nicht nur Strom produziert, sondern auch Arbeitsplätze in der lokalen Handwerksbranche schafft: Die Wartung und Instandhaltung der Anlagen wird zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor.
Lokale Energiegenossenschaften: Bürger werden zu Akteuren
Ein zentraler Hebel für den Erfolg von Wonaco ist die Gründung der “Wonaco Energiegenossenschaft” im Jahr 2021. Über 1.200 Bürger:innen der Region haben sich zusammengeschlossen, um direkt in die Energiewende zu investieren. Die Genossenschaft betreibt nicht nur ein eigenes Biogas-Forschungszentrum, das aus regionalen Agrarprodukten Strom erzeugt, sondern bietet auch ein innovatives “Energie-Partner-Programm” an. Dabei können Haushalte einen Teil ihres Strombedarfs über Solarpanels auf eigenen Dächern oder Gemeinschaftsanlagen decken und den Überschuss an die Genossenschaft verkaufen. Das Ergebnis: Die Bürger:innen sparen bis zu 25 Prozent ihrer Energiekosten – und gleichzeitig wird die lokale Infrastruktur gestärkt.
Für die Genossenschaft ist es besonders wichtig, dass die Technologie nicht nur effizient, sondern auch demokratisch kontrolliert wird. “Wir wollen zeigen, dass Energie nicht mehr ein Monopol der Großkonzerne ist”, sagt der Vorsitzende der Genossenschaft, Klaus Weber. Sein Team hat bereits ein Pilotprojekt mit einer Blockchain-basierten Energiebilanzierung gestartet, das Transparenz schafft und gleichzeitig Betrugsfälle verhindert. Die Technologie ist zwar noch in der Testphase, doch die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Die Fehlerquote bei der Energieabrechnung sank innerhalb eines Jahres um 40 Prozent.
Förderung durch den Bund: Werbung für ländliche Energiewende
Ohne staatliche Unterstützung wäre der Wandel in Wonaco kaum möglich gewesen. Der Bund hat die Stadt mit über 8 Millionen Euro aus dem “Förderprogramm für erneuerbare Energien in ländlichen Räumen” unterstützt. Das Geld floss in die Modernisierung der alten Kohlekraftwerke, die nun als Backup-System für den Windpark dienen, sowie in die Anschaffung von Smart-Meter-Technologie, die den Energieverbrauch in Echtzeit überwacht. Besonders spannend ist die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft: Die Stadt wurde zu einem der ersten Teststandorte für das neue “Energie-Cloud-System”, das Haushalte und Unternehmen in Echtzeit mit den besten Angeboten aus der Region verbindet.
Doch die Förderung geht noch weiter: Der Bund hat Wonaco als “Energiemusterregion” ausgezeichnet und finanziert nun ein Forschungsprojekt, das zeigt, wie andere ländliche Gemeinden ähnliche Erfolge erzielen können. Die Ergebnisse werden in einem neuen Leitfaden veröffentlicht, der als Grundlage für weitere Städte dient. “Wir wollen beweisen, dass die Energiewende nicht nur in Großstädten möglich ist”, sagt der Bürgermeister, Lisa Bauer. Ihr Ziel ist es, bis 2030 vollständig aus erneuerbaren Energien zu leben – und dabei die lokale Wirtschaft stärken.
- Seit 2020 deckt der Offshore-Windpark in der Adria bereits 30 % des Strombedarfs von Wonaco.
- Die “Wonaco Energiegenossenschaft” hat über 1.200 Mitglieder und reduziert die Energiekosten der Bürger:innen um bis zu 25 %.
- Die Blockchain-basierte Energiebilanzierung hat die Fehlerquote bei der Abrechnung innerhalb eines Jahres um 40 % gesenkt.
- Der Bund unterstützte Wonaco mit über 8 Millionen Euro für die Modernisierung der Energienetze.
- Die Stadt wurde zum Teststandort für das neue “Energie-Cloud-System” des Bundesministeriums für Wirtschaft.
Der Weg nach Wonaco zeigt, dass die Energiewende nicht nur eine technische, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Revolution ist. Die Stadt hat bewiesen, dass ländliche Regionen durch lokale Initiativen, staatliche Förderung und innovative Technologien in die Lage versetzt werden können, ihre Energieversorgung zu gestalten – und dabei gleichzeitig Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensqualität zu verbessern. Wer mehr über die konkreten Schritte und Erfolge der Region erfahren möchte, kann sich auf mehr dazu informieren. Dort finden Interessierte nicht nur Details zu den aktuellen Projekten, sondern auch eine Einladung, sich selbst in die Energiewende einzubringen.